|
Das Leonardo da Vinci Programm
Leonardo da Vinci ist das Berufsbildungsprogramm
der Europäischen Kommission, dessen Ziel die
Einführung und Unterstützung von Strategien
des Lebenslangen Lernens in Übereinstimmung
mit nationalen Bildungsstrategien ist. Im Bemühen,
Mobilität zu fördern, Innovation zu stärken
und die Qualität von Bildung zu verbessern,
wird die Kooperation zwischen verschiedenen Akteuren
in der beruflichen Bildung im Rahmen transnationaler
Projekte unterstützt.
Das
PreQual-Projekt
Das PreQual-Konzept basiert auf
der Kombination von feldspezifischem Inhalt und
einem Empowerment-Ansatz (Befähigung, Ermächtigung).
Trainings- und Lernmethoden gründen auf didaktischen
Prinzipien ‘globalen Lernens’ und ‘populärer
Bildung’ nach Paulo Freire. In einem innovativen
Anspruch an Bildung und Weiterbildung wird ein Curriculum
für einen Vorqualifizierungskurs für Migrantinnen
im Gesundheits- und Pflegebereich entwickelt und
in 3 Pilotkursen in Österreich, Italien und
Deutschland getestet.
Hintergrund
Seit über 10 Jahren stellt
Migration den signifikantesten Faktor im Bevölkerungswachstum
dar. Im Ergebnis hat Migration eine Schlüsselrolle
im Hinblick auf den herannahenden Mangel an existierenden
Arbeitsressourcen. Aufgrund demographischer Entwicklungen
gibt es einen großen Bedarf an qualifizierter
Arbeit im Gesundheits- und Pflegebereich.
Die Gründe für die hohen Abbruchsquoten
unter Migrantinnen in einer Ausbildung im Gesundheits-
und Pflegebereich reichen von sprachlichen und fachlichen
Barrieren bis hin zu Unterschieden im kulturellen
und ethischen Verständnis von Gesundheit und
Krankheit. PreQual, die Vorqualifizierung von Migrantinnen,
ist darauf ausgerichtet, die Arbeitsmarktbedürfnisse
mit den Belangen von Migrantinnen in Einklang zu
bringen sowie eine zukunftsorientierte und innovative
Lösung anzubieten.
.
Ziele
Die Ziele von PreQual
sind es, ein Curriculum für die Vorqualifizierung
von Migrantinnen für eine Arbeit im Gesundheits-
und Pflegebereich zu entwickeln, zu testen und zu
veröffentlichen. Ziel ist außerdem, die
Abbruchsquoten in der beruflichen Weiterbildung
im Gesundheits- und Pflegebereich zu vermindern
sowie zur Verbesserung der Integration von Migrantinnen
in den Arbeitsmarkt beizutragen, indem ein breiterer
Zugang von Migrantinnen in Heil- und Pflegeberufe
unterstützt wird. Weiteres Ziel ist das Empowerment
von Migrantinnen durch Stärkung des sozialen
Dialogs und aktiver Konfrontation mit Diskriminierung.
Meilensteine und Produkte
In Österreich, Italien und Deutschland werden
Studien anhand der Arbeitsmarktbelange in Heil-
und Pflegeberufen mit speziellem Fokus auf Migrantinnen
erarbeitet. Es wird ein Curriculum entwickelt und
an die spezifischen Länderbedarfe angepasst
und es wird Lösungsmodelle beinhalten, die
Migrantinnen aus den Partnerländern einbeziehen.
Es wird ein Handbuch produziert, welches als Lern-
und Lehrmaterial dienen wird. Die Projekt-Website
wird Informationen über den Projektfortschritt
liefern (potentielle Teilnehmerinnen, lokale Gesundheitseinrichtungen
etc.) und wird als intensives Kommunikationsforum
genutzt werden.
Zielgruppen
Primäre Zielgruppe: Migrantinnen, die an einer
Arbeit im Gesundheits- und Pflegebereich interessiert
sind.
Migrantinnen, die eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis
im Gastland besitzen. Zudem müssen sie mindestens
17 Jahre alt sein und ihre schulische Ausbildung
abgeschlossen haben.
Weitere Zielgruppe: TrainerInnen von Migrantinnen
im Gesundheits- und Pflegebereich .
Zielsektoren
Gesundheitssektor: private und öffentliche Anbieter
Ausbildungs-
und Gesundheitseinrichtungen der Krankenpflege, Altenpflege und Spitäler
.
Projektlaufzeit
1. Oktober 2004 – 31. März 2007
Projektprinzipien
•Wir garantieren, dass innerhalb dieses Projektes Migrantinnen nicht als Forschungsobjekte gesehen oder behandelt werden
•Die PartnerInnen versichern die Teilnahme und Einbeziehung von Migrantinnen als Expertinnen.
•Wir unterstützen Selbstvertretung und Selbst-Befürwortung aller benachteiligten Gruppen und Personen.
•Wesentliche Ziele dieses Projektes sind Empowerment (Befähigung, Ermächtigung) von Migrantinnen und ein Beitrag im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung in den Partner-Ländern.
•Die PartnerInnen des Projektes lehnen eine Verstärkung der gängigen geschlechterspezifischen Segregation am Arbeitsmarkt ab..
Umsetzung
der Projektprinzipien
Der innovative Charakter dieses Projektes besteht in dem sehr ernstgenommenen Versuch, in allen Phasen dieses Projektes die symmetrische Einbeziehung von Migrantinnen zu gewährleisten und alle Partner verpflichten sich, diese durch konkrete Maßnahmen umzusetzen. Diese angestrebte Symmetrie betrifft alle Funktionen, Entscheidungsbereiche und Entlohnung.
Die PartnerInnen streben in ihren Ländern den Aufbau eines Netzwerkes mit Selbst-Organisationen von Migrantinnen an.
Projektpartner
Die Entwicklungspartnerschaft besteht aus sieben
Partnern aus sechs verschiedenen Ländern:
Italien:
Associazione Delle Donne Brasiliane in
Italia
info@adbi.it
|