|
#02/2006
newsletter
This is the 2nd newsletter of the international Leonardo da Vinci Project (A/04/B/F/PP-158.130) "PreQual“ - http://www.prequaloniline.org
conducted by 7 partners from 6 countries (maiz- AT, EBG-DE, IEPALA-ES, Antigone-GR, HCA-BG, ADBI-IT, CESV-IT). It's objective is to highlight current information and results of the project's activities.
Maiz (Autonomes Integrationszentrum von und für Migrantinnen;
Linz, Austria)
EBG (Europäische Bildungswerke für Beruf und Gesellschaft
e.V.; Magdeburg, Germany)
INHALT:
1. JETZT! Pilot Kurse
___1.1. in Österreich
___1.2. in Deutschland
___1.3. in Italien
2. Ergebnisse aus den Nationalen Workshops (Österreich, Deutschland,
Griechenland, Italien)
3. Drittes Partner Treffen in Rom, Februar 2006 – Highlights
4. Neue Partnerorganisation in Italien: CESV
5. Projektkalender und nächste Schritte
Leonardo
da Vinci Pilot Projekt – PreQual
Projektlaufzeit: 1. Oktober 2004 – 31. März 2007
1. Pilotkurse: allgemeine Informationen
Zur Zeit wird von 3 Partnern in Österreich (MAIZ), Deutschland (EBG) und Italien (CESV) das Hauptprodukt unseres Prequal Projektes erprobt und evaluiert: der Entwurf eines Curriculums
und Handbuchs für die “Interkulturelle Qualifizierung zum Einstieg in Gesundheitsberufe für
Migrantinnen“. Basis dafür sind ein von MAIZ konzipierter Entwurf, sowie die Ergebnisse
nationaler Studien, welche von allen Partnern durchgeführt wurden. Im Rahmen von 10
Workshops, organisiert durch MAIZ, EBG, ANTIGONE, UNI.TS, ANPAS and CESV, und in
Zusammenarbeit mit mehr als 100 internationalen ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen
des Gesundheits- und Pflegesektors wurden diese Ergebnisse weiter ausgearbeitet.
Der Curriculumsentwurf soll als verpflichtender Rahmen im Bezug auf Inhalt, Methode und
Evaluation dienen, wobei er Raum lässt für npassungen auf die jeweiligen länderspezifische
Gegebenheiten.
Methodik:
Für die didaktische Umsetzung bedarf es neben der Zusammenstellung der Inhalte, der
Umsetzung einer Methodik, die den Input der Teilnehmerinnen fordert und in den Unterricht mit
einfließen lässt. Aus diesem Grund wird nach den Grundsätzen der Pädagogik Paulo Freires,
Pädagogik der Befreiung, unterrichtet. Eine Pädagogik, die die Lebensbedingungen und
Lebenssituationen der Lernenden als Ausgangsbasis sieht und ihnen zugesteht, die notwendige
Motivation, das Wissen und die Phantasie aufbringen zu können, um zu entscheiden, was für sie
wichtig ist. Lernen wird gesehen als eine „Bewegung“ hin zu Dialog und sozialer
Verantwortlichkeit. Die Umsetzung von Vorbereitung, Implementierung und Reflexion geschieht
in partizipativer Zusammenarbeit.
Evaluation
Der gesamte Kurs wird von einem Modell der Selbst-Evaluation begleitet, welches von maiz im
Kontext antirassistischer und feministischer Arbeit entwickelt wurde.
Ziele
Mit dieser Kursmaßnahme streben wir einen Beitrag zur Integration von Migrantinnen in den
Arbeitsmarkt an, sowie eine Steigerung der individuellen Qualifizierung im Zusammenhang mit
dem Prinzip des Empowerments.
1.1. Pilotkurs in Österreich – MAIZ: Januar bis Juni 2006
“Interkulturelle Qualifizierung zum Einstieg in Gesundheitsberufe für Migrantinnen.“
Dieses Curriculum wird derzeit von einer Gruppe Migrantinnen unterschiedlicher Nationalitäten,
begleitet von zwei professionellen Trainerinnen mit und ohne Migrationshintergrund, getestet
und evaluiert.
Die Ergebnisse der Selbst-Evaluation bestätigen die Notwendigkeit einer kritischen
Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus und Geschlechterverhältnisse.
Kontakte mit Ausbildungseinrichtungen, Krankenhäusern und Altenpflegeheimen eröffnen den
Teilnehmerinnen Möglichkeiten mit zusätzlichen praktischen Übungen die theoretischen
Lerninhalte zu vertiefen.
Zur Zeit erarbeiten die Teilnehmerinnen ihre Bewerbungen zum Eintritt in formale Ausbildungen,
Schnupperpraktika oder Einstieg in eine berufliche Tätigkeit innerhalb des Pflegesektors.
Dieser Pilotkurs hat bisher ein großes Interesse von Seiten der Migrantinnen, sowie ExpertInnen
und VertreterInnen der unterschiedlichsten Organisationen innerhalb des Pflegebereiches
hervorgerufen.
Das tägliche Kursprogramm umfasst folgende Inhalte (648 Unterrichtseinheiten – 552 Stunden):
- Einführung in die Pflegearbeit – aus interkultureller Perspektive (Berufsbild und
Arbeitsfelder im Gesundheits- und Pflegesektor, Kommunikation und Konflikt
Mangagement, Erste Hilfe Kurs)
- Persönliche Orientierung im Gesundheits- und Sozialberuf unter Berücksichtigung interkultureller und antirassistischer Aspekte (Persönliche Orientierung, Ethik, Recht)
- Sprach- und Kommunikationstraining mit berufsbezogenem Schwerpunkt (Einführung
in medizinische Terminologie, berufsbezogenes Sprachtraining, Computer -Training…)
- Praktikum und Coaching
1.2. Pilotkurs in Deutschland - EBG: 28. März bis 28. November 2006
"Interkulturelle Qualifikation für Migrantinnen im Gesundheits- und Pflegebereich”
Am Dienstag, dem 28. März wird der Kurs in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) beginnen. Es werden
ca. 10-15 Migrantinnen mit unterschiedlichen Nationalitäten teilnehmen, begleitet von
professionellen Lehrerinnen mit und ohne Migrationshintergrund.
Während der Bildungsmesse in Halle (10.-12. März 2006) wurden der Kurs und seine Inhalte
präsentiert und interessierte Migrantinnen hatten die Möglichkeit, Informationen zu erhalten und
sich zur Teilnahme am Vorqualifizierungskurs in Deutschland anzumelden.
Am 16. März 2006 war Tag der offenen Tür im EBG Bildungszentrum in Halle, dort konnten sich
weitere interessierte Migrantinnen um eine Teilnahme am Kurs bewerben und einen Blick in die
Ausbildungsräume werfen. Außerdem hatten sie Gelegenheit, mit den Lehrern zu sprechen.
Für die Teilnehmerinnen bietet der Kurs eine Grundlage für eine Weiterbildung im Bereich
Gesundheit und Pflege. Darüber hinaus kommen sie in Kontakt mit Pflegeeinrichtungen, z.B.
Krankenhäusern und Altenheimen. Sie werden mit Gesundheits- und Pflegeberufen durch
praktische Übungseinheiten vertraut gemacht.
Im laufenden Evaluierungsprozess wird es eine Plattform zur Reflexion von Themen wie z.B.
Migration, Rassismus und geschlechterspezifischen Themen geben.
Derzeit befinden sich die Teilnehmerinnen im Bewerbungsprozess. EBG ist mit der Agentur für
Arbeit in Kontakt, um Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung für die teilnehmenden
Frauen zu prüfen.
In den vorangegangenen Monaten gab es sehr viele positive Bekundungen von verschiedenen
Einrichtungen, politischen Organisationen, Organisationen von und für Migrantinnen oder auch
direkt von Migrantinnen zur Durchführung eines solchen Kurses. Sie zeigen den Bedarf und die
positiven Effekte eines Trainings auf diesem Gebiet.
Kursinhalt: (600 Stunden – 480 Stunden Theorie und 120 Stunden Praktikum und
Training)
Siehe oben (1.1.), Kursinhalte sind gemeinsame Ergebnisse des transnationalen Workshops
von MAIZ und EBG im November 2005 in Linz (AT).
1.3.Pilotkurs in Italien – CESV
Die Kooperation mit CESV innerhalb dieses Projektes begann im Januar 2006, im Moment
arbeiten sie intensiv an den Vorbereitungen für den im April startenden Pilotkurs.
2. 2. Nationale Workshops (Österreich, Griechenland, Deutschland und Italien) 
Die Partner Antigone (GR), CESV (IT), EBG (DE) und MAIZ (AT) bereiten das Curriculum und
die Pilotkurse vor und organisierten 10 Workshops mit VertreterInnen und ExpertInnen aus dem
Gesundheits- und Pflegebereich und der Zielgruppe. Diese Resultate zusammen mit den
Anmerkungen aller Projektpartner wurden innerhalb eines folgenden transnationalen Workshops
in Linz besprochen. Dabei arbeiteten die Partner EBG und MAIZ einen Entwurf zum Curriculum,
einschließlich Methoden, Selbstevaluierung, Zertifizierung, Praktikum und weiteren
Anmerkungen aus.
Der Curriculumsentwurf soll als verpflichtender Rahmen im Bezug auf Inhalt, Methode und
Evaluation dienen, wobei er Raum lässt für Anpassungen auf die jeweiligen länderspezifische
Gegebenheiten.
3. Transnationales Partnertreffen in Rom, Februar 2006

February 2006
Vom 15. bis 19. Februar war die Partnerorganisation ADBI Gastgeberin des 3. transnationalen
Partnertreffens im PreQual-Projekt. 17 Kolleginnen und Kollegen aller Partnereinrichtungen
berichteten und tauschten ihre Erfolge, Erfahrungen, Verbesserungen und Schwierigkeiten, die
ihnen während der Umsetzung von Projektaktivitäten begegnet waren, aus. Zukünftige
Vorgehensweise, Koordination und die Entwicklung weiterer Aktivitäten wurden gemeinsam
diskutiert und entschieden.
Partnertreffen bieten eine gute Möglichkeit, um mit allen Kolleginnen und Kollegen, mit denen
wir während verschiedener Arbeitsphasen zusammen arbeiten, ein persönliches Gespräch zu
führen.
Auf der Basis früherer Treffen sowie der intensiven Kommunikation auf elektronischem Weg ist
eine Gemeinschaft entstanden, die als primäres Ziel das Erreichen von bestmöglichen
Ergebnissen hat. Dies bezieht natürlich auch mit ein, dass Diskussionen stattfanden und
Entscheidungen gemeinsam getroffen wurden.
Einige Höhepunkte:
Wir betonen die Wichtigkeit kritischer Reflexion – „das Sprechen über Rassismus ist erforderlich,
dies ist der innovative Aspekt des Projektes.”
In verschiedenen Ländern ist „Migration ein graues Gebiet” geprägt von menschenverachtenden
Gesetzgebungen – wir erkennen, dass der Kurs das Interesse an Migrationsthemen erhöhen
und verbessern kann.
Wir vereinbaren, innerhalb des nächsten Newsletters die Möglichkeit zum Austausch
verschiedener Perspektiven innerhalb der Themenfelder von Frauenmigration vorzusehen.
4. Neues Partnerprofil: CESV 
CESV - Centro Servizi per il Volontariato (Zentrum für Freiwilligenservice) –
ist ein gemeinnütziger Verein, welcher 1997 mit dem Ziel der Förderung und Unterstützung der
Entwicklung von freiwilligen und kulturellen Einrichtungen in der Lazio Region gegründet wurde.
Mit 5 regionalen Einrichtungen und 15 Informationspunkten ist CESV – in den Feldern
Gesundheit, Jugend, Migration, Umwelt, aktive Bürgerschaft, soziale Dienste etc. tätig und
bedient dabei die Hauptzielgruppe Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU).
Die Hauptaktivitäten von CESV sind:
- Förderung der aktiven Bürgerschaft und Demokratie in der lokalen Gesellschaft und die
PreQual Newsletter 02/2006 5
Verbesserung von Kultur und Solidarität
- Anbieten von Unterstützung und Beratung für neu beginnende Freiwilligenorganisationen
- Durchführung von Forschung und das Angebot von Informationen zum Thema
Freiwilligenarbeit, 3. Bereich Organisationen und Netzwerke
- Koordinierung von Diensten innerhalb der lokalen Öffentlichkeit und privater Institutionen
- Förderung von Praktika durch Ausbau von Themennetzwerken
- Entwerfen, organisieren und managen von Trainingsaktivitäten mit besonderem Augenmerk auf Gruppen, die bedroht sind aus der sozialen Gesellschaft ausgeschlossen
zu werden. Die Trainingsaktivitäten sind auch an freiwillige Vereinigungen gerichtet, an
Non-Profit-Organisationen, an öffentliche und private Institutionen
siehe: www.cesv.org
5. Projektkalender und weitere Schritte

Phase 1: Planung und Analyse, Studie zu den Anforderungen des Arbeitsmarktes
01.11.2004 - 31.05.2005
Phase 2: Entwicklung des Curriculums und Vorbereitung des Pilotkurses
01.06.2005 – 31.12.2005
JETZT! Phase 3: Durchführung des Vorqualifizierungskurses, dabei Evaluierung und
Produktmodifikation
Start: 01.01.2006
Ende: 31.12.2006
Ergebnisse: Der Pilotkurs mit ca. 60 Teilnehmerinnen wird 2006 in Österreich (MAIZ),
Deutschland (EBG) und Italien (CESV) über einen Zeitraum von 6 Monaten stattfinden;
Handbuch; Evaluation; Produktanpassung; Übersetzung des Curriculums in alle
Partnersprachen; 3 Newsletter; 3. Partnertreffen in Italien (Januar 2006):
Januar – März 2007
Abschlusskonferenz; Produktion des Handbuches; Veröffentlichung; Schlussbericht

Dieses Projekt wird gefördert durch das von der Europäischen Kommission ausgeschriebene
Bildungsprogramm Leonardo da Vinci. Der Inhalt des Berichts reflektiert die Ergebnisse der Analysen,
welche von den Projektpartnern durchgeführt wurden. Er spiegelt nicht unbedingt die Position der
Vertreter der Nationalen Agentur wider und beteiligt sie auch in keinerlei Verantwortung für ihren Teil.
Das Leonardo da Vinci Programm
Leonardo da Vinci ist ein Berufsbildungsprogramm der Europäischen Kommission, dessen Ziel es ist,
Strategien für lebenslanges Lernen in Übereinstimmung mit den nationalen Ausbildungsstrategien zu
implementieren und zu unterstützen. Durch Bestrebungen soll die Mobilität erhöht werden, Innovationen
gefördert und die Qualität der Ausbildung verbessert werden. Außerdem soll die Kooperation zwischen
verschiedenen Akteuren der Berufsbildung im Rahmen transnationaler Projekte ausgebaut werden.
|